Praxis
Werktage und Arbeitstage berechnen: Feiertage je Bundesland
Werktage oder Arbeitstage? So zählst du richtig, mit Wochenenden und Feiertagen je Bundesland. Inklusive Tabelle, Diagramm und Rechenbeispiel.
Inhalt
Wenn jemand sagt, etwas dauert fünf Tage, klingt das eindeutig. Doch sobald Wochenenden und Feiertage ins Spiel kommen, wird aus einer simplen Tageszahl eine Frage der Definition. Sind Samstage dabei? Welche Feiertage zählen, und gelten die überall gleich? Genau hier trennen sich Werktage und Arbeitstage. tage-berechnen.de kann beide Varianten ausweisen, doch um das Ergebnis richtig zu deuten, lohnt sich ein Blick auf die Begriffe. In diesem Ratgeber kläre ich den Unterschied, ordne die Feiertage nach Bundesland ein und rechne ein Beispiel komplett durch.
Werktage und Arbeitstage: nicht dasselbe
Die beiden Begriffe werden oft synonym benutzt, meinen aber Verschiedenes. Werktage sind alle Kalendertage ausser Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen. Der Samstag gehört rechtlich dazu, ein Werktag ist also jeder Tag von Montag bis Samstag, an dem kein Feiertag liegt. Diese Definition steckt in vielen Gesetzen und Lieferbedingungen.
Arbeitstage dagegen orientieren sich daran, wann tatsächlich gearbeitet wird. In den allermeisten Betrieben ist das Montag bis Freitag, der Samstag fällt heraus. Arbeitstage sind also Werktage ohne den Samstag, abzüglich der Feiertage. Genau dieser eine Wochentag ist der Knackpunkt: Eine Werktagsfrist von sechs Tagen reicht ab Montag bis zum Samstag, eine Arbeitstagsfrist von sechs Tagen dagegen bis zum Montag der Folgewoche.
Was der Gesetzgeber sagt
Im Vertrags- und Fristenrecht ist die Sache erstaunlich klar geregelt. Paragraf 193 BGB bestimmt, dass eine Frist, die an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag endet, auf den nächsten Werktag rutscht. Der Samstag wird hier ausdrücklich genannt und wie ein Ruhetag behandelt, obwohl er ansonsten als Werktag gilt. Das ist ein häufiger Stolperstein.
Für die reine Zählung der Tage greifen die Paragrafen 187 und 188 BGB. Sie regeln, dass der Tag des fristauslösenden Ereignisses in der Regel nicht mitzählt und die Frist mit dem entsprechenden Tag der Schlusswoche oder des Schlussmonats endet. Wer also eine Frist berechnet, sollte erst die Kalendertage bestimmen und dann prüfen, ob das Ende auf einen Ruhetag fällt und sich verschiebt.
Die meisten Fristfehler entstehen nicht beim Zählen, sondern bei der Frage, was am Ende passiert, wenn der letzte Tag ein Samstag oder Feiertag ist.
Die bundesweiten Feiertage
Neun gesetzliche Feiertage gelten in ganz Deutschland gleich. Sie sind die gemeinsame Basis, auf die jedes Bundesland eigene Tage draufsetzt. Diese neun solltest du im Kopf haben, denn sie reduzieren in jedem Bundesland die Zahl der Arbeitstage.
| Feiertag | Termin |
|---|---|
| Neujahr | 1. Januar |
| Karfreitag | beweglich (Frühjahr) |
| Ostermontag | beweglich (Frühjahr) |
| Tag der Arbeit | 1. Mai |
| Christi Himmelfahrt | beweglich (Frühjahr) |
| Pfingstmontag | beweglich (Frühjahr) |
| Tag der Deutschen Einheit | 3. Oktober |
| 1. Weihnachtsfeiertag | 25. Dezember |
| 2. Weihnachtsfeiertag | 26. Dezember |
Vier dieser Tage sind beweglich, weil sie an das Osterfest gekoppelt sind, das sich jedes Jahr verschiebt. Die übrigen fünf liegen auf festen Kalenderdaten. Fällt ein fester Feiertag auf ein Wochenende, gibt es in Deutschland keinen Ersatztag, der Feiertag verfällt für die Arbeitstagszählung praktisch.
Feiertage je Bundesland
Hier wird es regional. Zusätzlich zu den neun bundesweiten Tagen legt jedes Bundesland eigene Feiertage fest, etwa Heilige Drei Könige, Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt, Reformationstag, Allerheiligen oder Buß- und Bettag. Dadurch schwankt die Gesamtzahl der gesetzlichen Feiertage je nach Standort spürbar.
9
Bundesweite Feiertage
Quelle: Statistisches Bundesamt
13
Feiertage in Bayern (max.)
10
Feiertage im Bundesschnitt
Bayern liegt mit bis zu 13 gesetzlichen Feiertagen an der Spitze, wobei einige davon nur in Teilen des Landes gelten, etwa Mariä Himmelfahrt in überwiegend katholischen Gemeinden. Mehrere Bundesländer im Norden kommen dagegen auf zehn Feiertage. Diese Differenz von mehreren Tagen pro Jahr wirkt sich direkt auf die Arbeitstage aus, was für Lohnabrechnung, Projektplanung und Lieferzeiten relevant ist.
| Bundesland | Gesetzliche Feiertage |
|---|---|
| Bayern | 13 |
| Baden-Württemberg | 12 |
| Saarland | 12 |
| Sachsen | 11 |
| Brandenburg | 10 |
| Berlin | 10 |
| Hamburg | 10 |
| Niedersachsen | 10 |
| Nordrhein-Westfalen | 11 |
Die Zahlen verstehen sich als Richtwerte der regulär arbeitsfreien gesetzlichen Feiertage. Einzelne Tage wie Fronleichnam oder Mariä Himmelfahrt gelten teils nur regional, weshalb die genaue Zahl für eine konkrete Gemeinde leicht abweichen kann. Für die Arbeitstagsberechnung zählt am Ende immer, welche Feiertage am jeweiligen Ort tatsächlich frei sind.
Wo der Unterschied im Alltag durchschlägt
Die Trennung von Werktagen und Arbeitstagen ist keine Spitzfindigkeit, sie hat handfeste Folgen. Im Versandhandel werben viele Shops mit Lieferung in einer bestimmten Zahl von Werktagen. Da der Samstag als Werktag zählt, kann eine Bestellung am Donnerstag mit zwei Werktagen Lieferzeit schon am Samstag ankommen. Wer dieselbe Frist als Arbeitstage liest, erwartet das Paket erst am Montag und wundert sich.
Auch in der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist die Zahl der Arbeitstage entscheidend. Wer im Monat arbeitet, dessen Stundenlohn oder anteiliges Gehalt hängt direkt davon ab, wie viele Arbeitstage anfallen. Ein Februar mit 20 Arbeitstagen bringt weniger als ein Oktober mit 23, allein wegen der Kalenderverteilung und der Feiertage. Personalabteilungen rechnen das jeden Monat neu, und ein falsch gezählter Feiertag kann sich auf der Abrechnung niederschlagen.
Im Projektmanagement schließlich sind Arbeitstage die übliche Planungseinheit. Wenn ein Vorgang fünf Arbeitstage dauert und am Mittwoch startet, endet er am Dienstag der Folgewoche, weil das Wochenende dazwischen nicht zählt. Plant man stattdessen in Kalendertagen, verschätzt man sich bei jeder Aufgabe, die ein Wochenende oder einen Feiertag überspannt. Genau deshalb arbeiten Planungswerkzeuge fast immer mit Arbeitstagen.
Ob Lieferzeit, Gehalt oder Projektplan: Sobald Geld oder Termine an Tagen hängen, lohnt sich die saubere Trennung von Werktagen und Arbeitstagen sofort.
So zählst du Arbeitstage Schritt für Schritt
Die saubere Methode läuft in drei Schritten ab. Erstens zählst du alle Kalendertage im Zeitraum. Zweitens ziehst du sämtliche Samstage und Sonntage ab. Drittens entfernst du die gesetzlichen Feiertage, die auf einen Werktag fallen, denn ein Feiertag am Wochenende reduziert die Arbeitstage nicht zusätzlich.
Rechnen wir das durch. Nimm den Zeitraum vom Montag, 1. Juni 2026, bis Dienstag, 30. Juni 2026. Das sind 30 Kalendertage. Der Juni 2026 enthält vier komplette Wochenenden, also vier Samstage und vier Sonntage, das sind 8 Tage, die wegfallen. Übrig bleiben 22 Werktage von Montag bis Freitag. In diesem Juni liegt kein bundesweiter Feiertag, also bleiben es 22 Arbeitstage. Hätte ein Feiertag wie ein regionaler Termin auf einen Wochentag gefallen, wären es 21 gewesen.
Warum das Tool dir die Arbeit abnimmt
Per Hand wird die Arbeitstagszählung über längere Zeiträume mühsam und fehleranfällig. Du musst Wochenenden korrekt abzählen, die beweglichen Feiertage rund um Ostern im richtigen Jahr ansetzen und die regionalen Besonderheiten deines Bundeslandes kennen. Über ein ganzes Quartal oder Jahr hinweg verzählt man sich dabei fast zwangsläufig, weil schon ein einziger übersehener Feiertag oder ein falsch gesetztes Osterdatum das Ergebnis verschiebt. Genau diese Logik nimmt dir tage-berechnen.de ab. Du gibst Start und Ende ein, wählst gegebenenfalls dein Bundesland, und das Tool liefert dir Kalendertage, Werktage und Arbeitstage nebeneinander.
Wer Projekte plant, Lieferzeiten kalkuliert oder Fristen prüft, sollte sich drei Dinge merken. Erstens: Kläre vorab, ob Werktage oder Arbeitstage gemeint sind, denn pro Woche steht ein Tag auf dem Spiel. Zweitens: Denk an dein Bundesland, weil die Feiertagszahl von zehn bis dreizehn reicht. Drittens: Prüfe bei Fristen das Ende gegen Paragraf 193 BGB, damit ein Samstag oder Feiertag die Frist nicht klammheimlich verschiebt. Mit diesem Dreiklang sind Werktage und Arbeitstage kein Ratespiel mehr, sondern eine klare, nachvollziehbare Rechnung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Werktagen und Arbeitstagen?
Werktage sind alle Tage ausser Sonn- und gesetzlichen Feiertagen, also Montag bis Samstag. Arbeitstage sind die Tage, an denen üblicherweise gearbeitet wird, meist Montag bis Freitag ohne Feiertage. Der Samstag ist der entscheidende Unterschied.
Zählt der Samstag als Werktag?
Ja, rechtlich ist der Samstag ein Werktag. Deshalb umfasst eine Werktagsfrist auch Samstage. Bei Arbeitstagen wird der Samstag dagegen meist nicht mitgezählt, weil an ihm in vielen Betrieben nicht gearbeitet wird.
Warum unterscheiden sich Feiertage je Bundesland?
Neben den bundesweit einheitlichen Feiertagen legt jedes Bundesland eigene zusätzliche Feiertage fest. Bayern hat mit Fronleichnam und weiteren regionalen Tagen die meisten, einige Stadtstaaten und Länder im Norden deutlich weniger.
Wie zähle ich Arbeitstage in einem Zeitraum?
Zähle alle Kalendertage, ziehe Samstage und Sonntage ab und entferne dann die Feiertage, die auf einen Werktag fallen. tage-berechnen.de übernimmt das für den gewählten Zeitraum automatisch.
Welche Feiertage gelten bundesweit?
Bundesweit gelten Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit, der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag. Das sind neun Feiertage, die in allen Bundesländern frei sind.
Quellen
Über die Autorenschaft
Jan-Tristan Rudat
Redakteur tage-berechnen.de
Themengebiet: Werktage und Feiertage, Anwendungsfälle, Countdown
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